Die Sammlung
Die Mahlsdorfer Sammlung zählt noch immer zu den beein-druckendsten Gründerzeitsammlungen
Deutschlands.
Es besteht aus vollständig eingerichteten Wohnräumen und einem Musikmaschinen.
Im Souterrain befindet sich die berühmte "Mulackritze"
in der Zille zu Hause war, mit Vereinszimmer und Hurenstube.
Alle Wohnräume sind in seltener Geschlossenheit ausgestattet
mit Möbeln und Hausrat des einfachen und gehobenen Bürgertums
aus der Zeit von 1880 bis 1900.
Der große Gartensaal mit Freitreppe zum Park ist als sogenanntes
"gutes Zimmer" möbliert. Hohe Spiegel und Deckenleuchter
machen diesen Raum zum Festsaal. Hier finden außer verschiedenen
Veranstaltungen auch Trauungen statt.
Das repräsentative Herrenzimmer (und das neogotische Speisezimmer)
stammen aus dem Besitz des wohlsituierten Berliner Kaufmanns Carl Wienecke.

Gefertigt wurden die Möbel vom Tischlermeister Groschkus.
Zu weiteren Einrichtungsgegenständen zählen Bilder, ein Schreibtisch
mit Zubehör, eine Standuhr und ein gusseiser-
ner Ofen.
Bis auf das neogotische Speisezimmer (um 1900 in Berlin gefertigt)
zeigt das Mobiliar den damals bevorzugten Einrichtungsstil der Neorenaissance.
Die Möbel, Nussbaum massiv und furniert, sind schon mit einem hohen
Anteil an Maschinenarbeit fabrikmäßig in größeren
Serien gefertigt.
Vervollständigt wird das Interieur durch gusseiserne Öfen, Uhren
und Lampen sowie Wandschmuck und kunstgewerbliche Gegenstände, bei
denen es sich meist um Fabrikware handelt.
Besonders sehenswert ist der rote Damensalon mit Plüschmöbeln,
Sofa mit Spiegelaufsatz, Damenschreibtisch und viel Zubehör sowie
kunstgewerblicher Gegenstände.
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Das Wohn- und Arbeitszimmer gehörte Charlottes Großonkel,
dem Automobil-Ingenieur Josef Brauner.
Im ostpreußischen Gutshaus der Nenntante Luise befand sich einst
der grüne Damensalon.
Den technischen Erfindungsgeist dokumentiert eindruckvoll die Musikmaschinensammlung
mit seinen Spieldosen und dem Musikautomaten für Restaurantbetrieb,
dem Tanzsaal-Orchestrion sowie dem Phonographen und seinem jüngeren
Konkurrenten, dem Grammophon mit Schellackplatten.
Einblick in die tagesfüllende, durch technische Neuerungen zunehmend
erleichterte Arbeit der Hausfrau vermittelt die Küche bei
der die Kindheitserinnerungen vieler Besucher wach werden: Eisschrank,
Kartoffelschälmaschine, Kaffeemühle. Und der Küchenherd
samt Zubehör: Kohleneimer und Zange, Einsetzringe und einsetzbarer
Wasserkessel, Kaffeeröster. Spinnenbesen, Stuhlleiter und Bolzenbügeleisen
künden vom Sinn für Ordnung und Sauberkeit.

Die Schlafzimmereinrichtung stand einst in der Villa eines Leipziger
Architektenpaares. Waschgarnitur, Schlafutensilien und das Kinderbett
mit Spielzeugecke sind auch für die kleinen Besucher sehenswert.
Eine museale Kostbarkeit ist die vollständig erhaltene Lokaleinrichtung
der "Mulackritze", der letzten Zillekneipe Berlins aus
der Mulackstraße 15 im Scheunenviertel. Die Ausstattung mit Rückbüffet,
Theke und "Hungerturm" von 1890 sowie den Werbe- und Verbotsschildern
an den Wänden dokumentiert ebenso wie die Hurenstube ein Stück
Berliner "Milljöh" vom Ende des 19. Jahrhunderts bis zur
Schließung des "dollen Ladens" im Jahre 1951.
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